Tagebuch eines Pilgerköters (5)
Auf dem Jakobsweg von München zum Bodensee
Tag 5: Frauchen auf allen Vieren
Heute will Tine den Pausentag wohl wieder raus holen: Bis Mittag haben wir die erste Tagesetappe zum Hohen Peißenberg hinter uns. Von der grandiosen Aussicht in fast 1000 Metern Höhe sehen wir auf Grund der Bewölkung leider nicht viel. Grandios ist dafür aber das Mittagessen auf dem Berg: Tine bestellt sich ein Junghirsch-Steak und da ich ja so brav und fleißig mit laufe und trage bekomme ich davon ein paar Häppchen ab – mmmmmh! Ab sofort werde ich mich nach Rotwild umsehen, nicht mehr nach schnöden Rehen!
Danach geht’s in die Ammerschlucht. Sie wird im Reiseführer als recht anspruchsvolle Strecke beschrieben und am Eingang der Schlucht stehen auch noch mal Warnschilder: Man soll sie nur bei trockenem Wetter und mit festem Schuhwerk betreten! Festest Schuhwerk – pah, das ich nicht lache! Gut, dass wir Köter Allzweck-Pfoten haben! Mit dem trockenen Wetter ist es heute allerdings nicht so richtig weit her – und das hat einen sehr amüsanten Nebeneffekt: Die schmalen, geländerlosen Holzstege über tiefe Schluchten sind glatt wie Schmierseife. Daher begibt sich die Tine nach meinem Vorbild auf alle Viere zum Überqueren, was besonders mit dem riesigen Rucksack zum Schießen aussieht!
Nach etwa zehn Stegen ist sie auch halbwegs in Übung und krabbelt nicht mehr ganz so langsam, aber so richtig begeistert scheint sie nicht mehr… Also kraxeln wir bei der nächsten Ausschilderung zu einer Notrufsäule an der oberhalb verlaufenden Bundesstraße dorthinauf und nehmen nach einer waghalsigen Überquerung derselben und einem weiteren „Querfeld-ein“ mit einem sicher und eben verlaufenden Radweg vorlieb.
Kurz vor Rottenbuch kommen wir in die Dämmerung und schlage unser Lager auf.






