Archiv: Januar, 2008
Streuner auf den Strassen
Der beste Freund des Menschen
Die Welttierschutzgesellschaft kommt mit einer beeindruckenden Zahl daher, denn laut ihren Angaben gibt es 600 Millionen Hunde auf der Welt. Davon sind etwa 80 % ungewollte und streunende Tiere. Zahlenmäßig sind das ca. 480 Millionen Hunde. Angesichts dieser beeindruckenden Zahl wirken doch einige Fragen in der Hundeerziehung oder generell im Umgang mit Hunden befremdlich. Braucht mein Hund wirklich ein Wellness-Urlaub, oder einen Hundepulli für 400 EUR? Ist die Frage was das richtige Futter für meinen Hund ist, wirklich überlebenswichtig? Darf mein Hund ins Bett? Ist mein Hund überhaupt ein Haustier?
Der größte Teil der Hunde lebt also ohne menschlichen Anschluss, ohne feste Bezugsperson, ohne feste Fütterungszeiten, ohne ärztliche Versorgung, Schnickschnack und Pipapo.
In Teilen dieser Welt, wo Menschen nicht genug zum Überleben haben, geht es ihren Tieren umso schlechter. Wer von Tieren lebt, wird sie irgendwie durchbringen müssen, aber wo selbst nicht genug Nahrung für das eigene Überleben ist, hat man nicht die Möglichkeit Nahrung für seine Tiere abzuzweigen.
Hunde machen das, was sie machten bevor sie Haustier waren: sie streunen umher, suchen nach Nahrung. Häufig leiden sie Hunger, sind von Krankheiten befallen, setzen sich aggressiven Auseinandersetzungen mit anderen Tieren aus. In bevölkerten Gegenden müssen die Hunde oft Opfer von schweren Verkehrsunfällen und schlechter, brutaler Behandlung durch den Menschen. Dennoch vermehren sich unkontrolliert, was schnell zu einer Überpopulation führt. In den betreffenden Länder ist kaum Geld, Knowhow oder Bewußtsein für ein entsprechendes Umgehen mit dem Problem vorhanden. In Indien sind Hunde der Hauptüberträger für Tollwut. Aus Angst vor Ansteckung versucht man die Hunde auf grausam Art und Weise umzubringen. Hilfe zur Selbsthilfe wird von internationalen Organisationen gefordert. Das Problem muss vor Ort gelöst werden. Ein wichtiges Fundament ist es, Tiere zu kastrieren und gegen Tollwut zu impfen. Dafür werden sie gefangen, behandelt und markiert, um sie später wieder in ihrem Revier frei zu lassen. Eine weitere wichtige Maßnahme ist die Aufklärung vor Ort. Vorallem will man Kindern einen respektvollen Umgang mit Tieren beibringen.
Wenn man also das nächste mal überlegt, ob der Hund diese oder jenes braucht, könnte man den Betrag ja auch einfach einer Entwicklungshilfe, einer Kinder oder Tierschutzorganisation spenden.
Hey! Du alter Blindfisch?
Wie der Hund die Welt sieht
Manchmal fragt man sich wirklich ob der Lieblingskoeter, der gerade zum x.tem mal nur fünf Zentimeter an dem Tennisball vorbeigerauscht ist, ein Problem mit den Augen hat. Da hilft ein Fingerzeig “Da! Da liegt doch dein Bällchen” auch nicht. Wenn dein Hund Dich nicht wahrnimmt, obwohl du direkt vor ihm stehst, spätestens dann, macht sich der ein oder andere Hundehalter wirklich Sorgen. Da hilft nur eins. Ruhe bewahren, denn Hunde nehmen die Welt nun mal anders wahr als wir:
Hunde haben ein ca. zehnfach besseres Bewegungssehen als der Mensch. Das heißt erstmal, dein Hund nimmt Objekte, die sich bewegen besser wahr als still stehende. Daher kann es kommen, dass dein Hund dich nicht erkennt, wenn du bewegungslos vor ihm stehst. Sein Distanzsehen ist hingegen unglaublich gut ausgeprägt. So kann ein Schäferhund noch auf einen Kilometer Entfernung die kleinste Bewegung für ein Kommando seines Schäfers wahrnehmen. Nur mit den Dingen, die direkt vor seiner Nase liegen, da klappt es nicht so. Der Mensch hat eine größere Sehschärfe als der Hund. Die Sehschärfe wird beeinflußt durch die optischen Eigenschaften des Auges, wie die Größe der Pupille, Linse und Hornhaut. Auch die Anordnung der Zapfen und Stäbchen ist von entscheidender Bedeutung. Im Vergeich kann ein Hund zwar die sowohl die Form der Blende als auch die Brennweite ändern, das Auflösungsvermögen ist aber nicht so gut wie beim Menschen.
Der Wolf hat ein größeres laterals Sehvermögen als viele andere Hunderassen. Das bedeutet seine
Augen sind seitlicher, mit einem größeren Abstand zu einander. Bei vielen Hunderassen findet per Zucht allerdings eine Verkindlichung statt wie z.B. beim Cavalier King Charles Spaniel: die Augen sind wie beim Menschen frontal angeordnet. Dies hat entscheidene Folgen für die Wahrnehmung des Hundes. Durch sie seitliche Lage der Augen am Kopf sehen die Hunde auch schräg nach hinten.
Hunde haben also ein weiteres Gesichtsfeld. Was für die Jagd und damit für ihr Überleben von entscheidener Bedeutung ist. Denn so können sie auch Dinge wahrnehmen, die seitlich oder hinter ihnen sind.
Der Mensch kann einen Winkel von etwa 200 Grad wahrnehmen, dein Schnuffi hat in etwa 240 Grad zur Verfügung. Dafür ist der Bereich, der von beiden Augen gesehen wird, kleiner: Hund 60 Grad, Mensch 120 Grad. Dieser Bereich ist für die räumliche Tiefenwahrnehmung (Stereosehen) wichtig, worin der Mensch dem Hund überlegen ist.
Der Bereich, in dem Mensch und Hund dreidimensional sehen können, ist mit 120 Grad gleich groß.
Deswegen findet dein Lieblingsköter auch nicht immer den Ball der dirket vor oder unter ihm liegt, da er ihn unterumständen einfach nicht wahrnimmt.
Je nach Rasse unterscheidet sich das Gesichtsfeld dramatisch. Nehmen wir das Gesichtsfeld des Menschen als Referenzwert und setzten ihn gleich Null, so kann der Pekinese einen Winkel von 5-10 Grad wahrnehmen, Terrier nehmen 20-30 Grad wahr. Erstaunlich ist auch, dass Menschen davon ausgehen, je weiter die Augen zusammenstehen, desto intelligenter müsse der Hund sein. Diese Haltung hat fast einen unterschwelligen Einfluss auf die Art und Weise, wie wir unsere Hunde ausbilden und was wir als Antwort von ihnen erwarten.
Ein weiterer Unterschied in der Wahrnehmung und Verarbeitung von optischen Signalen ist, dass der Hund wesentlich besser bei schwachen Lichtverhältnissen sehen kann als der Mensch. Zum einen ist die Pupille des Hundes größer. Zum zweiten besitzen Hunde (wie im übrigen auch Katzen und alle nachtaktiveren Tiere) eine
Lange ging man davon aus, dass Hunde keine Farben sehen können, sie die Welt in “schwarz-grau-weiß” wahrnehmen. Eine Studie von Neitz, Geist und Jakobs fand jedoch heraus, dass Hunde sehr wohl Farbe sehen können. Vergleichbar ist deren Farbwahrnehmung mit der eines rot-grün blinden Menschen.
Der Hund hat nur 2 unterschiedliche Zapfentypen, die für Grün und Blau empfindlich sind. Dadurch wird nur ein Teil des menschlichen Farbspektrums abgedeckt, der drei Zapfentypen zur Verfügung hat: Rot ist eine Farbe, die der Hund nicht erkennt. Das Farbensehen der Hunde ist etwas in Richtung Ultraviolett verschoben und endet durch den fehlenden Rot-Rezeptor bei Gelb. Die Wiese, die wir morgens besuchen ist unter umständen nicht grün sondern grau.
Hunde haben ein drittes Augenlid, die sogenannte Nickhaut. Die Nickhaut übernimmt die Funktion einer Schutzbrille, um die Hornhaut vor mechanischen Einflüssen zu abschirmen und kann wie ein Scheibenwischer zur Entfernung von Fremdkörpern eingesetzt werden








