Den Jagdtrieb kontrollieren bzw. den Hund auch am Wild im Gehorsam halten.
Das scheint der größte Wunsch der meisten Hundehalter zu sein. Gerade wenn man mit einem jagdlich geführten, stark passionierten Jagdhund unterwegs ist und dieser sich im Freilauf befindet, sprechen einen andere Hundehalter gerne an und fragen nach klugen Ratschlägen.
Eine scheinbar leider noch oft verbreitete Einstellung unter Hundehaltern scheint wohl zu sein, dem Hund im normalen Alltag oft die Möglichkeit zu lassen, selbst zu entscheiden.
Ein kleines Beispiel:
Ein netter Abend und ein gemütliches Essen mit Freunden. Der eigene Hund ist natürlich dabei. Irgendwann stört er am Tisch mit seiner sabbernden Schnute doch ein wenig und wird mit einem lockeren “Platz” seines Herrchens aufgefordert sich doch bitte hinzulegen. Klappt es nicht, wird noch mal gefordert bzw. mehr gefragt und das Spielchen wiederholt bis irgendwann der Hund liegt oder aber eine andere, für Hund und Halter zufriedenstellende Lösung erreicht ist.
Oft hört man dann Aussagen der Hundehalter, dass der jetzige Stand des Hundes im Bereich Gehorsam eigentlich akzeptabel ist und für den Alltag vollends ausreicht. Schließlich will man ja einen Hund mit Charakter und seinen Freiraum soll er ja auch haben. Allerdings sollte man sich einiges vor Augen führen, denn wenn ich meinen Hund schon an der Leine oder im direkten Kontakt mehrfach auffordern muss, einen Befehl auszuführen, dann werde ich nie das Ziel erreichen und in der Lage sein, ihn auch auf große Distanz noch kontrollieren zu können.
Aber selbst, wenn man konsequent den Gehorsam von Anfang an aufgebaut hat und / oder sich für seinen Hund nach Konzepten einiger Hundeschulen interessant macht, fehlt meiner Meinung nach noch ein wesentlicher Bestandteil um wirklich an dieser Thematik arbeiten zu können, Erfolge zu haben und dem Hundeführer ein Gefühl von Sicherheit zu geben. Gerade Unsicherheit beim Hundeführer spürt der Hund und wird den Befehl eher in Frage stellen.
Dieser Bestandteil ist die Möglichkeit oft mit dem Hund und direktem Wildkontakt üben und arbeiten zu können.
Und diese Möglichkeit bietet sich nur Jägern und Revierinhabern oder aber Haltern, welche diesbezüglich gute Kontakte pflegen. Den Hund einfach im nächsten Wald- oder Wiesenstück frei laufen zu lassen um zu üben wäre unverantwortlich.
Vergleichbar wäre die Situation damit, dem Hund zu verbieten das Leberwurstbrötchen vom Tisch zu nehmen. Zum Üben hätte man aber weder Tisch noch Leberwurstbrötchen oder andere begehrte Leckerchen. In diesem Fall würde auch kaum niemand an einen Erfolg glauben.
Ich möchte hiermit nicht nur auf die erschwerten Bedingen für einen Erfolg hinweisen oder den Hundehalter schon im Vorfeld deprimieren, sondern in manchen Fällen das Vertrauen in die Lernfähigkeit des eigenen Hundes wiedergeben. Denn mit Sicherheit sind schon viele Hundehalter trotz vieler Methoden daran gescheitert, den Gehorsam am Wild zu erreichen. Vielleicht stimmten Einstellung, Methode Verhalten von Hund und Halter, aber es scheiterte an den passenden Übungsmöglichkeiten.