Klug wie Köter
Weisheiten für unterwegs …
Faule Schäfer haben gute Hunde.
Bist du auch “Schlau wie Sau?” Find es hier heraus
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Nelly wird im März fünf Jahre alt. Seit fast vier Jahren ist sie schon bei mir und da dachte ich mir, ich erzähl einfach mal, wie sie zu mir kam.
Im Mai 2005 mussten wir uns von unserem elf Jahre alten DSH-Rüden Arko verabschieden. Nachdem seine HD sehr akut durchbrach, konnte er nicht mehr ohne Hilfe aufstehen. Da der Hund meiner damaligen Freundin gehörte, wurde dort der Familienrat einberufen und einstimmig beschlossen, mit dem Hund den letzten Gang zum Tierarzt zu gehen.
Nachdem Arko mein Leben über die Regenbogenbrücke verlassen hatte, fiel ich in ein tiefes Loch. Ich vermisste meinen vierbeinigen Gefährten sehr! In den letzten Jahren war ich es gewesen, der die meiste Zeit für den Hund gehabt hatte und dementsprechend merkte ich den Verlust in jeder freien Minute.
Aber auch meiner Ex Bianca fehlte der Hund und wir beschlossen, dass wir möglichst schnell wieder einen Hund haben wollten. Für uns war schnell klar, dass wir nicht unbedingt einen Welpen haben wollten und so besuchten wir in den nächsten Wochen jede Menge Tierheime.
In Solingen fanden wir einen sechs Jahre alten DSH-Rüden (Bianca stand irgendwie auf DSH), der seine Zeit bisher in einem Keller zugebracht hatte. Leider zeigte er eine extreme Futteraggression und mit seinen fast 50 Kilo machte er Bianca so viel Angst, dass wir ihn wieder abgeben mussten.
Im Internet fand ich auf der Seite „Aussies in Not“ eine Hündin, die im Kreis Coesfeld abzugeben war. Da ich schon Erfahrung mit Aussies durch meinen Job als Tierpsychologe hatte, rief ich kurz entschlossen bei der Besitzerin an und wir vereinbarten einen Termin.
Die etwa 120 km von Gruiten nach Coesfeld waren in gut 1,5 Stunden geschafft. Unser kleiner roter Citroen AX schnurrte wie ein Kätzchen und brachte uns sicher ans Ziel.
Auch war dann schnell der kleine Hof gefunden – eigentlich war es nur ein Einfamilienhaus mit Stall und Reitplatz. Das Tor zum Gelände war geschlossen und wir näherten uns, um eine Klingel zu suchen.
Da schnellt ein schwarzweisser Hund aufs Tor zu und kläffte wie wild, zeigte die Zähnen und knurrte ohne Ende. Kein Mensch war zu sehen. Der Hund beruhigte sich gar nicht. Ich erkannte Nelly sofort vom Foto im Internet her wieder.
“Niemals”, sagte ich zu Bianca, “die ist mir zu heftig. Das wird viel zu viel Arbeit!” Nelly beruhigte sich immer noch nicht. Selbst Bianca rollte mit den Augen. Wir waren kurz davor, einfach ins Auto zu steigen und wieder nach hause zu fahren.
Doch die Entscheidung wurde uns abgenommen. Hinter uns hielt ein Wagen und eine Frau stieg aus. “Das ist normal bei Nelly! Die beruhigt sich gleich wieder.” Die Besitzerin öffnet das Tor und wir gingen gemeinsam auf den Hof. Nichts passierte! Keine Attacke von Nelly. Nach der Begrüßung ihres Frauchen, worüber sie sich sehr freute, grummelt sie uns an, trollt sich aber, als sie einen auf den Deckel bekam.
Mit der Besitzerin kamen dann noch ein kleines Mädchen und drei Shelties mit ins Haus. Im Stall habe ich noch drei Pferde gesehen.
Im Haus wurde Nelly merklich ruhiger. Sie legte sich auf eine Decke nachdem sie ein Leckerchen bekommen hatte. Nelly ist recht hochbeinig und lang. Auf den Fotos im Internet wirkte sie so klein und zierlich. “Sie ist größer als Emely”, bemerkte ich zu Bianca.
Kurze Zeit später kam noch Nellys Hundetrainerin vorbei, die hleichzeitig die Besitzerin von Nellys Papa war. Alle wollten uns kennenlernen, damit Nelly in gute Hände kommt.
Wir unterhielten uns sehr gut und es wird sehr schnell klar, dass wir genug Erfahrung mitbringen, um Nelly richtig händeln zu können. Derweil taute auch Nelly langsam auf und legte Bianca den Kopf auf den Schoß und ließ sich von ihr streicheln. Für Bianca war jetzt schon klar, dass Nelly zu uns kommt!
Nellys erstes Lebensjahr war nicht sehr prickelnd gewesen. Die Züchterin hatte die Mutterhündin und die Welpen ein halbes Jahr lang in einer Pferdebox gehalten und dementsprechend hatten alle Welpen in der wichtigen Prägungsphase nicht viele Erfahrungen mchen können. Danach kam sie zur jetzigen Besitzerin, die aber mit ihren Shelties und den Pferden eigentlich schon genug zu tun hatte. Nelly ist hier eher das fünfte Rad am Wagen. Da sie nur wenig ausgelastet wurde, zeigte sie sehr schnell Fehlverhaltensweisen. Zusätzlich hatten ein paar Jugendliche den Hund am Hoftor extrem geärgert und so sind Jungs mit Fahrrädern für Nelly ein Dorn im Auge.
Die Hundetrainerin und ich fachsimpelten ohne Ende. Natürlich machten wir auch noch einen Spaziergang zusammen und nach vier Stunden in Coesfeld setzten wir einen kurzen Schutzvertrag auf und nehmen Nelly sofort mit.
Die Rückfahrt nach Gruiten lief dann leider nicht wie geplant. Nelly hatte im Auto Panik! Sie zerfetzte einen Sicherheitsgurt und wollte partout nicht im Kofferraum bleiben. Sie war nicht so entspannt im Auto wie Arko früher.
Wir legten ihr ein Geschirr an und machten sie mit einem Gurt auf der Rückbank fest. Aber auch das Geschirr zerfetzte sie. Kurz nachdem wir den Gurt am Halsband fest gemacht hatten, zerstörte sie auch diesen.
Nach wirklich nervigen 1,5 Stunden erreichten wir endlich Gruiten. Ausgelassen tobte Nelly durch den großen Garten. Natürlich besuchte uns ganz schnell Pascale. Emy und Nelly zickten sich kurz an und dann war Spielen angesagt.
Die Katzen lernte Nelly auch noch kennen! Aber das ist eine andere Geschichte.
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