Der Wildnistrail in der Eifel mit dem Hund – Etappe 1
Etappe 1
Von Höfen nach Einruhr
Streckenlänge: 24,7 km
Die erste Etappe des Wildnistrails wäre beinahe die letzte für Nelly und für mich geworden! Wir sind ja auch im Bergischen Land viel unterwegs, aber die fast 25 Kilometer forderten uns in der prallen Sonne doch extrem. Kurz vor Einruhr machte Nelly merklich schlapp und verweigerte glatt die Zusammenarbeit mit mir. Sie hatte keinen Bock mehr!
Zwar hatte sie ihre Packtaschen auf, aber ich hatte diese nur mit sehr leichter Ausrüstung gepackt, sodass sie eigentlich nur knapp zwei Kilogramm tragen musste. Mein Rucksack war daher um einiges schwerer und so hatte auch ich meine Mühe, diese Etappe zum Abschluß zu bringen. Zumal sie die längste Teilstrecke im ganzen Trail war und es die Anstiege doch extrem in sich hatten.
Ein weiteres Problem sind die langen Wege über regelrechte „Fahrradautobahnen“, die sehr gut ausgebaut waren, mir aber aufgrund fehlender Federung der Schritte, extrem in den Knien weh taten. Dies ist dann auch das wirkliche Ärgernis des Wildnistrails. Er ist nicht wirklich ein Trail. Ab und zu hat man Teilabschnitte, die man so nennen kann, aber die reißen den negativen Gesamteindruck leider nicht ganz heraus.
Ich bin in Kanada einige Trails gegangen und die waren auch das, was der Name versprach. Doch in der Eifel habe ich oft daran gezweifelt auf dem richtigen Pfad zu sein, obwohl das Wanderzeichen immer gut zu erkennen war und wir an keiner Stelle vor Orientierungsprobleme gestellt wurden.
Aber ich will dann doch lieber der Reihe nach erzählen!
Die Strecke zwischen Wuppertal und Höfen legten wir ohne Probleme mit dem Auto in gut 90 Minuten zurück. Dort parkten wir den Wagen und würden ihn in vier Tagen wieder abholen. Das Gepäck blieb in der Nationalparkverwaltung, da ich den Gepäcktransport von Etappe zu Etappe gebucht hatte. Hier füllte ich noch schnell Frischwasser auf und schon machten Nelly und ich uns auf den Weg.
Wir folgten den Fuhrtsbach bis zur Perlenbacher Mühle. Ab hier wurde der Weg endlich zum Trail was aber nicht lange anhielt. Sobald das Gelände wieder offener wurde, wurden die Wege auch wieder breiter. Dafür gab es dann aber den ein oder anderen Bunker aus dem 2. Weltkrieg zu sehen. Leider boten die breiten, gerade Wege wenig Abwechselung und nach vergleichbar kurzer Strecke fingen meine Knie zu Schmerzen an. Dementsprechend ging ich meist am Wegesrand und kam nur sehr langsam voran.
Erst an der Wüstebachschlucht verließen wir die ausgebauten Wege und es ging schön bergab. Sehr naturbelassener und federnder Boden war dann wieder eine Wohltat für meine Knie. Auch Nelly hatte deutlich mehr Spaß hier, da sie ihre Schritte mit Bedacht gehen und einige Baumstämme überspringen musste.
Unten angekommen, ging es direkt wieder bergauf und oben auf dem Berg betraten wir zum ersten Mal den Truppenübungsplatz. Da man hier auf den Wegen bleiben musste, wurden diese dann auch wieder breiter. Aber das war nur von kurzer Dauer und es ging wieder auf schmalen Pfaden bergab, vorbei an Höhlen und Felsspalten, die man aber aufgrund von Einsturzgefahr nicht betreten durfte. Wir liefen richtig am Hang entlang. Rechts ging es steil nach oben und links fiel der Weg tief ab. 20 Zentimeter blieben nur als Weg übrig. Hier zeigte sich dann, dass Nelly wohl doch kein Aussie, sondern eher eine Bergziege ist. Sehr leichtfüßig meisterte sie die Strecke und so kamen wir ohne Probleme voran.
Unten in Hirschrott angekommen, ging es wieder bergauf. Nelly wurde dann von hier aus doch schon merklich langsamer. Wir waren fünf Stunden unterwegs und sie warf sich von einer Wasserstelle ín die Nächste, um zu verschnaufen! Aber wir mussten wieder hinauf zum Truppenübungsplatz, nur um wieder bergab Richtung Erkensruhr zu laufen.
Dort verweigerte sich Nelly dann wirklich. Sie legte sich in einen Bach und schaute mich nur strafend an. Erst nach gut zehn Minuten war sie zu bewegen weiter zu gehen. Ich hatte derweil die Karte studiert und wusste, dass eine sehr heftige Steigung auf uns wartete. Aber es war die letzte vor dem Ziel und wir mussten da durch. Auch meine Beine schmerzten und den Rucksack schleppte ich eigentlich nur noch.
Dementsprechend wurde der Anstieg einerseits von der nicht mehr vorhandenen Kondition zur Qual. Andererseits musste ich Nelly fast den ganzen Anstieg lang ziehen. So brauchten wir mit vielen kleinen Pausen doch recht lange, um oben anzukommen. Das Postkarten-Panorama war es aber für mich allemal wert.
Nun ging es nur noch bergab. Schnell fanden wir das Hotel. Eine kalte Dusche für mich, Futter für Nelly und danach Siesta – ich im Bett und Nelly auf den kalten Fliesen im Badezimmer. Nach drei Stunden waren wir dann aber doch wieder erfrischt und von den Abbruchgedanken, die ich zum Ende der Tour hatte, war nichts mehr übrig geblieben.
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| Wildnistrail Eifel Etappe 1 |









