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Archiv: September, 2010

Welcher Hund passt zu mir?

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Mag ich
Dienstag, 2010-09-14

Nachdem man sich für einen Hund als Freizeitpartner entschieden hat, wird man vor eine Fülle von verschiedenen Rassen und Mischlingen gestellt, aus dem man den richtigen Hund für die jeweiligen Lebensumstände und Freizeitaktivitäten zu wählen hat. Dies ist bei über 400 anerkannten Rassehunden nicht gerade einfach. In diesem Artikel beleuchte ich die grobe Einteilung der einzelnen Hunderassen. Eine Vorstellung einzelner Hunderassen würde hier eindeutig den Rahmen sprengen. Dafür gibt es im Haustieranzeiger die Rassevorstellungen, die jeden Monat eine bestimmte Zuchthunderasse vorstellt.

Grundsätzlich sollte man sich vor dem Hundekauf die Frage stellen, ob man generell genug Zeit für einen Hund hat. Wer kümmert sich um den Hund, wenn man arbeiten ist? Danach sollte man schauen, welches Geschlecht zu einem passt. Lieber einen Rüden oder eine Hündin. Hier muss man ganz klar sehen, dass die Hündin in ihrem Naturell ganz klar hormonellen Einflüssen unterliegt, mit denen man klar kommen muss.

Ist auch diese Frage geklärt, steht man auf einmal vor einer Fülle von Hunderassen, aus dem man den richtigen Hund wählen muss. Das ist mitunter gar nicht so einfach. Beim Rassehund gibt es natürlich den Vorteil, dass durch die gezielte Zucht der Hunde, mit einiger Sicherheit gesagt werden kann, was für ein Naturell und welches ungefähres Aussehen der zukünftige Hund haben wird.

Doch trotzdem ist es dann immer noch schwierig, den richtigen Hund zu wählen! Hier hilft natürlich die Einteilung der Rassen in bestimmte Gruppe, die nach ihrer ursprünglichen Verwendung geordnet sind.

Hütehunde
Hütehunde sind Arbeitstiere, die für das Treiben der Herde gezüchtet worden sind. Sie sollen zusammen mit dem Schäfer oder Hirten, die Tiere zu einem bestimmten Ziel treiben. Dies setzt natürlich eine Bereitschaft voraus, eng mit dem Menschen zusammen zu arbeiten und sich dort leicht unter zu ordnen. Gleichzeitig muss man hier bedenken, dass Hüten umgelenkter Jagdtrieb ist und diese Tiere eine gewisse Jagdpassion haben.

Da die Hütehunde auch sehr clever sind, erwarten sie geradezu, dass ihr Mensch mit ihnen arbeitet. Dementsprechend muss man sich als Besitzer dieser Hunde, sehr um seinen Vierbeiner kümmern, damit er auch richtig ausgelastet wird. Ist dies nicht der Fall zeigt der Hund schnell Problemverhalten, dass sich oft in dem Bereich des Jagdverhaltens äußert. Gleichzeitig sollte man auch nicht vergessen, dass diese Tiere gegenüber ihrer Gruppe (Herde/Rudel) durchaus territorial und mitunter sehr verteidigungsbereit sind.

Die Hütehundrassen sind nur was für Menschen, die sehr aktiv sind und die Bereitschaft zeigen, mit dem Hund viel zu unternehmen und versuchen, sie artgerecht auszulasten.

Beispiele: Border Collie, Australian Shepherd

Treib-, Hof- und Bauernhunde
Diese Hunderassen sollten das Eigentum der Bauern beschützen. Sie sollten aber durchaus auch mal das Vieh zum Markt treiben und aufpassen, dass die Herde beisammen blieb. Dementsprechend sind es große, zähe Rassen, die nicht schnell aus der Fassung gebracht werden können.

Da sie aber zum Schutz des Eigentums genutzt werden, sind sie gerade dort sehr souverän und verteidigungsbereit! Gleichzeitig sind es Hunde, von denen die üblichen Unterordnungsübungen aus der modernen Hundeschule nicht gefordert waren. Somit zeigen sie sich sehr dickköpfig, wenn es darum geht, „Sitz“, „Platz“ oder „Fuss“ zu lernen.

Beispiele: Australian Cattle Dog, Appenzeller Sennenhund, Briard

Hirtenhunde
Hirtenhunde gehören zu den ältesten Rassen überhaupt. Sie hatten die Aufgabe die Herde des Hirten zu bewachen, auch wenn dieser nicht da war. Dementsprechend sind sie äußerst territorial und auch sehr verteidigungsbereit gegenüber Fremden, die sich der Herde nähert. Auf Hundeschule und Entertainment durch den Besitzer wurde hier nicht sehr viel Wert gelegt und so sind diese Hunderassen nur bedingt als Haustiere geeignet.

Wenn man einen Hund für sein eigenes Gelände benötigt, das dieser verteidigen und bewachen soll, dann fühlen sich diese Rassen am Wohlsten. Lange Spaziergänge oder auch Hundesport sind eher nichts für sie. Oft gibt es hier Probleme mit der Unterordnungsbreitschaft gegenüber Menschen. Der fachkundige Mensch muss diesen Hund schon von klein auf in seinen Rang einweisen, um ihn steuerbar zu machen. Diese Rassen sind ganz klar keine Anfängerhunde!

Beispiele: Kuvasz, Pyrenäen Berghund, Hovawart

Jagdhunde unter Führereinfluss
Diese Hunde sind für die Jagd gezüchtet und sollen mit dem menschlichen Jäger zusammen ein Team bilden. Sie sind Intelligent und müssen dementsprechend ihrer jagdlichen Passion ausgelastet werden. Sollte man kein Jäger sein und will den Hund trotzdem gut auslasten, sollte man sie mit Fährten- oder Apportierarbeit auslasten.

Grundsätzlich benötigen diese Hunde einen guten Hundeführer. Dem ordnen sie sich auch gerne unter und können gut ausgebildet werden. In diesem Haustieranzeiger stellen wir Ihnen den Cocker Spaniel vor, der unter dieser Gruppe eingeordnet wird. Sie sind familienbezogen und durchaus verschmust, müssen aber gut ausgelastet werden, damit ihre Jagdpassion in Grenzen gehalten wird.

Beispiele: Gorden Setter, Cocker Spaniel, alle Retriever

Jagdhunde ohne Führereinfluss
Man unterscheidet diese Gruppe nach nasen- oder augenorientierten Jägern. Grundsätzlich hat man es mit Hunden zu tun, die gerne selbständig auf die Jagd gehen und das Wild zum Jäger treiben. In der Meute jagen sie oft noch lieber als alleine. Dabei sind sie zäh und widerstandsfähig.

Mit diesen Rassen wird man immer ein Jagdproblem haben. Dementsprechend sollten sie artgerecht mit Nasen- oder Apportierarbeit ausgelastet werden. Alleine kann man ihren Jagdtrieb gut beherrschen, aber in einer Gruppe sind sie schon eher weg. Zusätzlich sind sie kein Kostverächter und fressen gerne, was nicht niet und nagelfest ist.

Beispiele: Beagle, Barsoi, Deerhound

Eigenständige Jäger
Unter diese Gruppe fallen alle Terrier- und Teckelrassen. Sie sind eigenständig und gehen bei der Jagd in den Bau der Beute, um diese schlussendlich auch zu töten. Dabei sind sie zäh, widerstandsfähig und verteidigungsbereit.

Menschliche Führerschaft erkennen sie aber an und sind durchaus lernbegierig. Daher sollte man sie gut ausbilden, damit sie gut zu führen sind, da sie auch gerne mal ihren Willen mit den Zähnen durchsetzen wollen. Eine artgerechte Auslastung über Nasen- und Fährtenarbeit ist hier sehr wichtig, damit sie beim Spaziergang nicht einfach mal weg sind.

Beispiele: alle Terrier, Dobermann, Schnauzer

Hunde vom Urtyp
Diese Hunde nennt man so, da sich ihr Aussehen und ihr Verhalten seit Jahrtausenden nicht verändert hat. Hunde dieser Gattung sind Schlittenhunde, Jagdhunde, Hütehunde und Wachhunde. Diese Hunde sind zwar an spezielle Bedürfnisse des Menschen angepasst, hatten aber bestimmte Aufgaben zu erfüllen, wie zum Beispiel Schlitten ziehen. Als reine Arbeitstiere war eine Selektion auf bestimmte Merkmale eigentlich nicht erforderlich und so haben diese Hunde oftmals noch ihr komplettes Instinktverhalten, was Rudelordnung und Jagdverhalten mit einschließt.

Daher sind sie oft nur schwer zu erziehen, können mitunter nicht gut in einer Wohnung alleine bleiben und sind gerne Jäger. Viele diese Hunde sind geradezu Langstreckenläufer und gehören in eine erfahrene Hand, die diese Art der Auslastung fördert.

Beispiele: Siberian Husky, Akita Inu, Eurasier

Saupacker, Bären- und Bullenbeißer
Früher wurden diese Hunde zur Großwildjagd eingesetzt. Sie sollten das Wild angreifen, verletzen und müde kämpfen, bis sich der Mensch zum Erlegen der Beute heran trauen konnte. Nach dem Niedergang der Großwildjagd wurden sie oft mit Terriern gekreuzt und mussten sich dann in Hundekämpfe beweisen. Dieses unrühmliche Kapitel brachte extrem aggressive Tiere gegenüber Artgenossen hervor und führte in den letzten Jahren unter anderem zur sehr restriktiven Hundegesetzgebung in Deutschland.

Gegenüber Menschen war diese Form der Aggressivität nicht erwünscht und so sind diese Hunde in ihrem Menschenrudel liebe Familienhunde. Gegenüber Fremden und anderen Hunden können sie aber sehr aggressiv reagieren. Auch muss eine Rangeinweisung durch den Menschen sehr klar vorgenommen werden, da sie sich nicht ohne Weiteres unterodrnungsbereit zeigen. Diese Art der Hunde gehört tatsächlich nur in hundeerfahrene Hände, um die Tiere richtig erziehen zu können.

Beispiele: Doggen, Boxer, Mastiff, Staffordshire Terrier

Gesellschaftshunde
Diese kleinen Hunderassen wurden sehr lange auf ein jugendliches, unselbständiges Verhalten hin selektiert. Dabei kamen sehr pflegeintensive Hunde heraus, die das Kindchenschema des Menschen ansprachen.

Sie sind sehr unterordnungsbreit und man hat oft wenig Probleme sie zu erziehen. Das Fell ist oftmals sehr pflegeintensiv und muss mehrmals am Tag gebürstet werden. Aufgrund ihrer Größe sind es nicht unbedingt Langstreckenläufer, obwohl ich einige kleinere Pinscher kenne, die gerne am Rad mitlaufen. Am wohlsten fühlen sich diese Hunde in der Nähe ihres Menschen.

Beispiele: Malteser, Zwergspitz, Französische Bulldogge

Ich hoffe dieser kurze Überblick wird Ihnen helfen, den richten Hund für sich zu finden. Klar ist, dass ein so kurzer Artikel nicht alle Rassen mit all ihren Facetten beleuchten kann. Wenn Sie sich für eine Gruppe Hund entschieden haben, können sie sich von dort aus einzelne Rassen näher betrachten und so den richtigen Hund finden.

Service:
Internet
www.vdh.de
Literatur
Eva-Maria Krämer, „Hunderassen“, Kosmos-Verlag, ISBN 3-440-09338-7

Artikel wurde erstellt von:
Tierverhaltensberatung und Hundeschule Björn Eickhoff
Schöllerweg 51
42327 Wuppertal

Tel. 02058-179 92 72
Mobil 0163 – 200 84 07
email: info@pfotentrainer.com
Web: www.pfotentrainer.com
Internet-Zeitung: www.pfotentrainer.blogspot.com

Mit dem Hund in der Bretagne Teil 5: Nelly und die Feen

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Mag ich
Mittwoch, 2010-09-08

Von dem Dolmen „Roche aux Fees“ hatte ich vor der Reise in Deutschland schon gelesen. Dieses Grabbauwerk aus der Megalith-Kultur mit seinen bis zu vier Tonnen schweren Steinen weckte schon aus der Entfernung eine große Anziehungskraft in mir. Solch alten Steindenkmäler interessierten mich schon seit meiner Jugend und ich bin durch Deutschland gereist, immer das „Kultplatzbuch“ von Gisela Graischen in der Tasche, um genau diese zu finden.

Als ich nun in der Bretagne war, musste ich natürlich dorthin! Mir war von Anfang an klar, dass ich dort wieder richtig ausflippen und wie der Hobbyarchäologe alles in mich aufsaugen würde.

So war an diesem Tag das Hinkelsteinbauwerk unser erstes Ziel. Vom Wanderparkplatz gab es einen schönen Rundweg um das Feengrab und ich hatte alle Zeit der Welt, alles zu untersuchen und unzählige Fotos zu machen. Und natürlich erwachte wieder der kleine Indiana Jones in mir und ich kroch förmlich in die künstliche Höhle hinein. Alle Blickwinkel mussten abgelichtet werden und Nelly folgte mir die meiste Zeit. Ich hatte aber nicht den Eindruck, dass sie es sehr interessierte. Wohl dachte sie sich, dass ihr Mensch mal wieder eine Schraube locker hatte und sie besser mitgehen sollte, damit ihm nichts passiert.

Und so machten Nelly und ich eine spezielle Form des prähistorischen Agility: Kriechen auf allen Vieren in das Grab hinein, versuchen aus jedem Zwischenraum zweier Hinkelsteine wieder hinaus zu klettern, auf die Decksteine springen, dort zusammen als Fotomodels posieren und selig im Eingang in der Sonne zu liegen und die mystischen Schwingungen in sich auf zu nehmen.

Irgendwann riss ich mich natürlich von dem Bauwerk wieder los und so konnten wir mit den Hunden auch den Rundweg gehen, der oft mehr ein Pfad war und sehr idyllisch durch den Wald führte. Es war richtig schön dort und irgendwie passte das Feengrab hier richtig gut hin. Der Weg war schnell erwandert und viel zu früh kehrten wir zum Auto zurück.

Da die Hunde noch nicht richtig kaputt waren, fuhren wir den übernächsten Wanderparkplatz auch noch an und gingen den Rundweg durch den „petit canyon“, der sich als wirklich kleiner Canyon entpuppte! Etwa zwei Meter (!!!) maßen die Steilwände und irgendwie fühlte ich mich vom Namen des Weges veräppelt. Aber warum mit kleinen Dingen nicht ein wenig auf dicke Hose machen!

Danach waren die Hunde schon merklich erledigt und wir fuhren weiter nach Combourgh. Hier mussten die Vierbeiner im Auto warten, während wir uns die Altstadt ansahen. Leider war das Schloss außerhalb der Saison geschlossen und so traten wir sehr schnell den Rückweg an.

Kurz vor Dol-de-Bretagne wurden wir noch auf den Menhir du Champ Dolent aufmerksam gemacht. Dieser einzeln stehende, zwanzig Meter hohe Hinkelstein ist schon beachtlich. Als Abschluss eines sehr geschichtsträchtigen Tages war ich auch von diesem Kunstwerk der Megalith-Kultur sehr begeistert. Mein kleines Archäologenherz kam demnach an diesem Tag voll auf seine Kosten.

Nelly und die Feen
 

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